München
Kompetenzzentrum Landsberger Straße

Service Wohnen und Wohngruppen für ältere Menschen / Kinderkrippe

Auftraggeber: SocialCareServices Europa GmbH
Architekten: feddersenarchitekten
Planungsbeginn: 11. 2010

An der Landsberger Straße in München, einer vierspurigen stark befahrenen Ausfallstraße, wird von der Diakonie Neuendettelsau und der Arbeiterwohlfahrt ein Kompetenzzentrum für Menschen mit Demenz errichtet.

Die Konzeption des lang gestreckten Gebäuderiegels sieht im westlichen, viergeschossigen Teil verschieden große Betreuungsmilieus vor, entsprechend den unterschiedlichen Stadien der Demenz: Therapie, Wohnen, intensive Pflege. Der östliche Teil beherbergt eine Kinderkrippe, eine Tagespflege, Arztpraxen, sozial- und gerontopsychiatrische Beratungsstellen, Personalwohnungen und Büroflächen.

Ein Vorplatz in der Mitte des Gebäuderiegels markiert den Haupteingang und bildet zugleich den von Hecken flankierten Vorgarten eines gläsernen Foyers. Das Entrée führt in einen Gartenhof mit kastenförmig geschnittenen Linden, einem Wasserspiel und einem begrenzenden Heckenband. Heckenbänder bilden ein durchgängiges Motiv, welches den gesamten breiten grünen Saum südlich des Gebäuderiegels in unterschiedliche Gartenräume gliedert.

Westlich des Gartenhofs erstrecken sich ein Wandelgarten, eine Gemeinschaftsterrasse, ein Demenzgarten sowie ein klassischer Küchengarten, allesamt durch einen Rundweg umschlossen. Längs verlaufende Wegestreifen dienen zur Abkürzung und zur Erkundung der einzelnen Gartenzonen. Als Tastwege angelegt, regen sie an, taktile Erfahrungen mit den unterschiedlichen Oberflächenbelegen zu sammeln.

Insbesondere an der westlichen Seite des Gebäudes schaffen große Rasenflächen den Eindruck von Weite, während Schmuckpflanzungen, eine Abendterrasse, eine berankte Pergola, Hochbeete und weitere Heckenbänder für Abwechslung und Schutz sorgen.

Östlich des Gartenhofs setzt sich der grüne Saum unterhalb der Tagespflege mit einem lang gestreckten Wandelgarten fort. Auch er wird eingefasst von einem Rundlauf, strukturiert durch Wegestreifen und Heckenbänder, und bietet Banknischen zum Rückzug.  Erfahrungsbeete, meist angelegt als Hochbeete sollen von den Besuchern der Tagespflege eigenhändig bepflanzt werden. Zwei Gemeinschaftsterrassen an den südlichen Enden des Gebäudetraktes bilden Orte des Zusammentreffens, ebenso wie ein begrünter Lichthof, ein Patio inmitten des Gebäudes.

Den östlichen Abschluss bildet der Garten der Kindertagesstätte mit Sandspielplatz, Strauchdschungel, Kletterturm und einer Spielmulde mit Drehscheiben. Dieser geschlossene Bereich bietet gleichwohl einen Zugang zum Seniorengarten – so können  sich die Älteren von der belebenden Atmosphäre spielender Kinder unmittelbar anmuten lassen.

Den südlichen Abschluss des Gartens bildet eine Reihenhaussiedlung, deren fensterlose Giebel direkt an den Garten angrenzen. Zur Gartenseite hin werden diese kaschiert durch Giebelspaliere in Laubenform, die wie Alkoven zum Hineinsetzen einladen.

Zwischen den Spalieren ergänzen 1,80m hohe Hecken den einheitlichen Rahmen des Gartensaumes und dienen als ruhige Einfassung des Wohngebietes, welches durch das gesamte Ensemble vom Verkehrslärm der Ausfallstraße im Norden abgeschirmt wird.